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Reiseerinnerungen
Rückblick auf die Baltikumreise im
September 2007
von Dr. med Gerhard Schmid, Birkenfeld
Tallinn, den 9. September 2007
Rückblick
auf die Reise durchs Baltikum
Wer
als Tourist nach Vilnius
per
Flieger reist, hernach per Bus
rollend
das Baltikum durchquert
und
bis hinauf nach Tallinn fährt,
der
hat wahrhaftig gut gewählt,
wenn
er rechtzeitig sich bestellt
und
möglichst gleich von Anfang an
als
Führer Herrn Maik Habermann,
denn
keiner kann wie er berichten
von
alt- und neueren Geschichten
und
dem, was sich ereignet hat
jemals
in jedem Baltenstaat.
Zum
Beispiel, daß die Deutschen Ritter
es
ärgerlich fanden und bitter,
daß
die Litauer, die fiesen
sich
partout nicht taufen ließen,
sondern
lieber blieben Heiden,
drum
konnten sie die auch nicht leiden,
und
dies erst recht, als auf die Kappe
sie
eins bekamen durch die Schlappe,
bei
Tannenberg, doch weiß es jeder,
dies
war einige Jährchen später.
Früher
aber, wer kann's fassen,
hat
christkatholisch taufen lassen
sich
Prinz Jagiello, um in Polen
Jadwiga
sich zur Frau zu holen,
und
diese machte dann sogleich
zum
König ihn vom Polenreich,
wonach
man bei den Deutschen Rittern
allmählich
angefangen hat zu zittern.
Ganz
anders später war's im Falle
Graf
Birons, Herr von Pils Rundale,
der,
weil er bei der Zarin spurte,
dafür
Herzog von Kurland wurde.
In
Riga, hörten wir, gab's Streit
öfters
mit der Geistlichkeit
und
denen vom Schwertbrüderorden,
die
von den Leuten Steuern schnorrten
bis
Gustav Adolf schließlich sachte
den
Schwertbrüdern den Garaus machte.
Doch
längst schon war erblüht die Stadt,
mit
Klöstern, Schloß und Kirchen satt
und
Bürgerhäusern schön wie viel,
später
sogar im Jugendstil,
wo
Blumen, Monster, Löwenleiber
und
auch dreiviertelsnackte Weiber
schmücken
symmetrisch, bunt und fein
die
Häuser von Herrn Eisenstein.
Die
zeigte Maik uns ebenso,
wie
Bürgermeisters feines Klo
und
teilte nebenbei uns mit,
wo
Heinz Erhardt zur Schule schritt
und,
weil er wohl zu viel gequasselt,
durchs
Abitur ist durchgerasselt.
Im
Gegensatz dazu sind Esten
im
Baltikum die Klassenbesten,
sie
sind die reinsten Musterknaben,
trotz
dieser Sprache, die sie haben,
die
der Tourist zu Recht belacht,
zum
Beispiel heißt „öö" die Nacht.
So
könnte man noch lange dichten
über
Geschichte und Geschichten,
mit
denen Maik Touristen speist,
um
zu erleuchten deren Geist,
doch
wollen wir's dabei belassen
und
nur noch kurz zusammenfassen:
Mit
Maik haben wir ungelogen
das
allergrößte Los gezogen.
Drum
rufen wir ihm dankbar zu
auf
Wiedersehn, „visa labu"
und
auf estnisch „terviseks"!--
Gedicht
und Reise sind nun ex.
Heideker-Baltikumreise 2007
Von
Klaus und Dorothea Koch aus Inning
Es
war einmal eine Reisegesellschaft. Sie fuhr mit dem Bus durch die
baltischen Länder. Schon etwas müde und schläfrig erfreute man sich
doch am Anblick der herrlichen Birken-, Kiefern- und Eichenwäldern, an
den Seen, an den großen Feldern mit Mohn, Kornblumen und
Ackerrittersporn. Auch die besetzten Storchennester weckten immer wieder
aus der Trägheit. Man kam an Gehöften, hübschen Städtchen und auch
am Herrenhaus der Dunten vorbei. Köstlich speiste man in einer
Waldschenke und freute sich letztendlich auf die Ankunft im Hotel.
Doch
plötzlich stoppte der Bus am Ende eines langen Staus. Im Bus war ein
einstimmiges "oh je" zu hören! Das sah nach einer längeren
Wartezeit aus. Doch man hatte einen gescheiten und in lettländischer
Geschichte und Geschichten sehr bewanderten Reiseleiter. Dieser
erinnerte sich, dass es hier vor langer langer Zeit einmal einen mutigen
Baron gab!
Es
war im Winter. Der Baron war mit seinem Schlitten auf der Heimfahrt, als
er plötzlich vom Wege abkam und auf einen der Seen geraten war. Mit
Pferden und Schlitten brach er in ein Eisloch ein. Der Baron überlegte
nicht lange, trieb die Pferde an, so schnell es ging und fuhr zu einem
anderen Eisloch wieder hinaus. Nass aber wohlbehalten kam er heim.
"Wir
machen es ebenso!" dachte der Reiseleiter. "Spyros schalte in
den 7. Gang und gib Gas!" Spyros war ein guter Fahrer und hatte
Vertrauen zu dem Reiseleiter. Er ging in den 7. Gang und gab Gas und
siehe da, der Bus hob am Stauende ab und über alle Autos hinweg, setzte
er am Stauanfang unbeschadet wieder auf. Großer Beifall ertönte im Bus
für die zwei mutigen Männer, denn ein bisschen Angst hatten alle. So
kam die Reisegesellschaft pünktlich im Hotel an.
Wahr
ist die Reisegesellschaft, der Reiseleiter und der Fahrer. Wahr ist auch
das Land und die Landschaft.
Alles
andere ist gelogen! |